Kosten berechnen

Die Nebenkostenabrechnung ist oft ein sehr leidiges Thema. Laut Mietervereine ist dies der Hauptgrund bei Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern. Grundsätzlich gilt, dass der Vermieter verpflichtet ist eine Nebenkostenabrechnung jährlich zu erstellen. Wenn der Vermieter nach einem Jahr immer noch keine Nebenkostenabrechnung erteilt hat, dann hat dieser keinen Anspruch mehr auf eventuelle Nachzahlungen. Beispiel: Abrechnungszeitraum für das Jahr 2018. Hier hat der Vermieter die Nebenkostenabrechnung bis 31.12.2019 zu erstellen. Macht er dies nicht, so erlischt sein Anspruch auf Nachzahlung.

Fristen einhalten

Der Mieter hingegen, hat bei einer verspäteten Abrechnung in jedem Fall Anspruch auf sein Guthaben. Der Mieter hat bei Vorliegen der Nebenkostenabrechnung ein Jahr Zeit diese zu überprüfen. Versäumt er diese Frist, hat er im Nachgang keinen Anspruch mehr auf Änderungen. Es sei denn, er hat die Verzögerung nicht zu vertreten, weil der Vermieter die Abrechnung zu spät erteilt hat. Der Anspruch auf eine ordentliche Nebenkostenabrechnung gilt für drei Jahre.

Ansprüche geltend machen

Der Mieter kann also für eine Nebenkostenabrechnung aus dem Kalenderjahr 2018 noch bis zum 31.12.2022 einen Anspruch geltend machen. Erst dann verjährt dieser Anspruch. Der Vermieter hat ebenfalls drei Jahre Zeit etwaige Ansprüche geltend zu machen. Die Frist beginnt immer mit Ablauf des Jahres in dem die Nebenkosten entstanden sind. Um die Nebenkostenabrechnung genau zu berechnen, empfiehlt es sich zum Mietvertrag bestimmte Mustervorlagen als Berechnungsgrundlage zu bedienen. In den meisten Fällen hängt die Berechnung von der Personenzahl und von der Wohnungsgröße ab.

Klarheit verschaffen Experten

Der Vermieter muss im Mietvertrag genau festlegen, was zu den Nebenkosten gehört. Im Falle von Unstimmigkeiten sollten Mieter nur unter Vorbehalt Nachzahlungen an den Vermieter verrichten. Diese kann nach Klärung zugunsten des Mieter wieder zurück gefordert werden. Sollte sich keine Einigung erzielen lassen, so muss ein Sachverständiger Klarheit verschaffen. In vielen Fällen lohnt es sich hier einen Anwalt oder eine Verbraucherzentrale um Rat zu bitten.